Der Schweizer Tierschutz mit Kampagne gegen die Jagd
Mit einer Anzeige in der Neuen Zürcher Zeitung vom 8. Dezember ersucht der STS den Bundesrat um eine Revision der Jagdvorschriften aus tierschützerischen Gründen. Er hat dem Bundesrat seine “konstruktive” Zusammenarbeit angeboten. Einmal mehr sind vor allem die Bau- und Treibjagden ins Visier geraten.
Der STS beruft sich auf eine von ihm in Auftrag gegebene angeblich repräsentative GfK Studie, welche ergeben haben soll, dass sich eine Revision der Jagdvorschriften aus tierschützerischen Gründen aufdränge.
Ein Grossteil der Bevölkerung sei der Meinung, dass ausnahmslos alle Wildtiere während der Brut und Jungenaufzucht, Schonzeiten erhalten sollen und überall genügend gute Ruhezonen in denen nicht gejagt werden darf, vorhanden sein sollen.
Besonders in der Kritik stehe die Baujagd, weil bei dieser abgerichtete Hunde in die Wohn- und Schlafstätten von Fuchs und Dachs getrieben werden (so formuliert in der Studie). Im Artikel in der NZZ ist bereits von scharf gemachten Hunden und in den Bau hetzen die rede und Ethik wird auch noch in Spiel gebracht. In der Studie wurden auch die Treibjagden und die angeblich schlechte Treffsicherheit Jäger ins Visier genommen.
Eine solche Studie, so wie sie durch den STS in Auftrag gegeben wurde, verfolgt nur das Ziel die Bevölkerung gegen die Jägerschaft aufzumischen und die Jagd als solches in Frage zu stellen. Sie trägt wenig zur Aufklärung bei, welche Jagdarten heutzutage noch Zeitgemäss sein sollen. Die gestellten Fragen wahren gezielt Formuliert und daher das Resultat zum vornherein klar.
Der STS versteht es auch die erzielten Resultate verfälscht darzustellen. Gemäss Zitat aus dem STS-WebBlog wird vorgeben dass, 79 % der Bevölkerung kritisch der Jagd gegenüber stehen und 19% möchten sie gar abschaffen und nur noch eine kleine Minderheit stehe stünde vorbehaltlos zur Jagd. Gemäss der Studie sind 60% für die Jagd mit gewissen Einschränkungen, 21% vorbehaltlos für die Jagd, 11% Gegen die Jagd vordern aber kein Verbot und legendlich 8% für die Abschaffung der Jagd. Also drehen wir den Spiess mal um und sagen 81% sind für die Jagd und 19% sind geben die Jagd. Man sieht einmal mehr, mit Zahlen lässt sich wunderbar spielen.
Nun zu den Fakten. Nach den geltenden Bundes- und Kantonalen Jagdvorschriften sind alle Jagdbaren Wildarten ausreichend geschützt. Schonzeiten sind während der Brut und Aufzucht klar geregelt. Die Jagdzeiten, wie Schontage und der Einsatz von Jagdhunden während der Jagdzeit, bezogen auf den Kanton Bern, sind klar und ausreichend geregelt.Bei Wildarten die keiner Schonzeit unterliegen, gibt es gute und bekannte Gründe warum das so ist. Dies sollte auch dem Tierschutz bekannt sein und im Einklang mit ihren Interessen sein, weil diese Wildarten bei einer Überpopulation schädlich für andere Tier- und Vogelarten sind.
Die Baujagd ist wohl eine der umstrittensten Jagdarten überhaupt. Der Tierschutz hat sich wahrlich in dieses Thema verbissen und versucht die Baujagd seit Jahren zu bekämpfen. Der STS beruft sich hier auf eine weitere von ihm bei SWILD in Auftrag gegebene Beurteilung aus wildbiologischer und verhaltensbiologischer Sicht. Die Beurteilung weisst Abschliessend darauf hin, dass der zukünftige Einsatz der Baujagd in der Zusammenarbeit mit Jagdkreisen, zuständigen Kantonalen Stellen, Tierschutzvertretern, Tiermediziner und Wildbiologen überprüft werden sollte. Doch der STS prescht vor und fordert beim Bundesrat ein Verbot der Baujagd. Anbetrachts dessen, dass die Baujagd nicht mehr den hohen Stellenwert bei der Jagd hat, verpufft der STS meiner Meinung nach gar viel Energie zu diesem Thema.
Zum Thema Ruhezonen kann man sagen, dass sich die Jägerschaft schon immer für solche ausgesprochen hat. Die SWILD Synthese Beurteilung bezeugt, dass Wildruhezonen durch die Jägerschaft respektiert, gepflegt und gefördert werden. Nach Auffassung des STS sollten diese Wildruhezonen, falls sie noch weiter ausgeweidet werden sollten, nur für die Jagd nicht zugänglich sein. In Anbetracht der relativ kurzen Jagdzeiten die Störung verursachen, gibt es hier alle negativen Beeinträchtigungen auf unsere Wildtiere einzubeziehen, wie auch alle Freizeitaktivitäten der Bevölkerung wie ; Jogging, Nordicwalking, Mountainbiking, Orientierungslauf, Geocatching, Schneeschuhlaufen, Varianten Skifahren usw. Diese Aktivitäten wären dann ebenfalls aus diesen Ruhezonen zu verbannen.
Ich glaube über diese Forderung hat man sich beim STS nicht allzu viele Überlegungen gemacht, weil er hier vermutlich nur die Jagd im Fokus hatte. Eine Befragung bei der Bevölkerung über die Einschränkung dieser Aktivitäten, würde vermutlich etwas schlechter ausfallen.
Was unsere Treffsicherheit betrifft, hat sich STS schlecht oder gar nicht informiert. Er hätte herausfinden müssen, dass einige Jagdverbände in der Schweiz schon von sich aus Konzepte über ein Schiessnachweis für Jäger erarbeitet und den Kantonsregierungen zur Genehmigung unterbreitet haben. Im Kanton Freiburg wurde der Schiessnachweis bereits in diesem Jahr in Kraftgesetzt. Der Kanton Bern wird vermutlich 2011 folgen und der Kanton Aargau wie mir bekannt ist 2011. So wäre es überflüssig gewesen dies bei der Bevölkerung in Frage zu stellen.
Ich glaube, dass wir Jäger einmal mehr gefordert sind einige Dinge ins rechte Licht zu rücken, um eine drohende Beschneidung der Jagd abzuwenden.